Fake Support
Veröffentlicht am 24.08.2026
Kurz erklärt
Beim Fake Support ruft dich nicht wirklich Microsoft, Apple oder deine Bank an – bzw. du rufst eine auf dem Bildschirm auftauchende 044er schweizer Nummer an aber ein Betrüger gibt sich nur als Support-Mitarbeiter aus. Ziel ist es, dass du ihm Zugriff auf deinen Computer gibst, damit er dein Geld überweisen oder deine Daten stehlen kann.
Das Problem
Viele Leute vertrauen technischen Warnmeldungen und Support-Firmen, weil sie sich mit Computern nicht so gut auskennen. Genau das nützen Betrüger aus: Sie erschrecken dich mit einer angeblichen Störung und geben sich dann als hilfsbereite Fachperson aus, die das Problem «lösen» will. In Wirklichkeit gibt es das Problem gar nicht – ausser dem, dass jetzt jemand versucht, dich zu betrügen.
Wie funktioniert der Betrug?
Beispiel aus dem Alltag: Du sitzt am Computer, plötzlich friert der Bildschirm ein und es erscheint eine grosse Warnmeldung: «Ihr Computer ist gesperrt! Rufen Sie sofort die Microsoft-Hotline an: +41 44 XXX XX XX». Du hast Angst, dass etwas kaputt ist, und rufst die Nummer an. Am Telefon meldet sich jemand sehr freundlich als «Microsoft-Support» und will dir angeblich helfen.
- Auf deinem Bildschirm erscheint eine Fehlermeldung oder der Bildschirm wird blockiert, mit der Aufforderung, eine bestimmte Telefonnummer anzurufen.
- Du rufst diese Nummer an – doch das ist keine echte Support-Nummer, sondern direkt die Betrüger.
- Die Person am Telefon redet ruhig und kompetent und bittet dich, ein Programm für die «Fernwartung» zu installieren, damit sie den Fehler «beheben» kann.
- Mit diesem Programm sieht die Person alles, was auf deinem Bildschirm passiert, und kann teils sogar die Maus und Tastatur übernehmen.
- Unter einem Vorwand (zum Beispiel «wir müssen prüfen, ob Ihr Konto betroffen ist») wirst du dazu gebracht, dein Online-Banking zu öffnen.
- Die Betrüger sehen so deine Kontodaten und lösen selber eine Überweisung aus, oder sie bringen dich dazu, es selber zu tun – oft, indem sie behaupten, es sei nur ein «Test» oder eine «Rückerstattung».
- Häufig fragen sie zusätzlich nach Verifizierungscodes (die dir per SMS oder App zugeschickt werden). Gibst du diese ebenfalls preis, ist die Überweisung für die Bank kaum mehr aufzuhalten.
Wichtig zu wissen: Sobald du Verifizierungscodes bekannt gegeben hast, gilt die Überweisung meist als von dir selbst freigegeben. Das macht es für die Polizei und die Bank danach sehr schwierig, den Betrug zu beweisen.
Warnzeichen
- Eine Warnmeldung am Bildschirm fordert dich auf, sofort eine Telefonnummer anzurufen.
- Am Telefon wird Druck aufgebaut («Ihr Computer ist in Gefahr», «Handeln Sie jetzt», «Legen Sie nicht auf»).
- Du wirst gebeten, ein Fernwartungs-Programm zu installieren. meist auch bekannte wie Anydesk und Teamviewer.
- Die Person will, dass du dein Online-Banking öffnest, obwohl das Problem angeblich der Computer ist.
- Man fragt dich nach Verifizierungscodes, Passwörtern oder Kartennummern.
- Die Telefonnummer oder Firma kennst du nicht, oder sie stand nur auf der Warnmeldung selbst.
So schützt du dich
- Microsoft, Apple, deine Bank oder Internetanbieter rufen nie von sich aus an, um vor einem Computerproblem zu warnen. Solche Anrufe oder Warnmeldungen sind praktisch immer Betrug.
- Erscheint eine Warnmeldung, die den Bildschirm blockiert: Computer einfach neu starten (Power-Knopf gedrückt halten). Keine Telefonnummer von der Meldung anrufen.
- Nie ein Fernwartungs-Programm installieren, nur weil dich jemand am Telefon dazu auffordert.
- Öffne nie dein Online-Banking, während jemand anderes deinen Bildschirm sehen oder mitsteuern kann.
- Verifizierungscodes (per SMS oder App) sind ausschliesslich für dich bestimmt. Gib sie nie am Telefon oder sonst wo weiter – auch nicht an angebliche Bank-Mitarbeiter.
- Bei Unsicherheit: Auflegen und eine Person deines Vertrauens anrufen – Familienmitglied, Nachbar oder eine Fachstelle. Dort kannst du in Ruhe nachfragen, bevor du irgendetwas tust.
Was tun, wenn es schon passiert ist?
- Sofort die Verbindung zum Fernwartungs-Programm trennen und den Computer vom Internet nehmen (WLAN ausschalten).
- Sofort die Bank telefonisch kontaktieren (Nummer von der Bankkarte, Papierkontoauszug oder Webseite, nicht aus dem Gespräch mit dem Betrüger) und die Karte sowie den Bank-Online-Zugang sperren lassen.
- Wurde bereits Geld überwiesen: Die Bank so schnell wie möglich bitten, die Überweisung zu stoppen oder zurückzuholen – jede Minute zählt.
- Alle Passwörter ändern, die auf dem Computer während der Fernwartung sichtbar gewesen sein könnten.
- Den Computer von einer Fachperson auf Schadsoftware prüfen lassen, bevor du ihn wieder normal benutzt.
- Vorfall der Polizei melden (Kantonspolizei oder Meldestelle für Internetkriminalität).
- Sprich mit jemandem darüber – zum Beispiel mit Familie oder einer Fachstelle wie cyberlotse.ch. Sich zu schämen bringt nichts, schnelles Handeln hilft.
Merksatz
Nur bekannte und auch auf anderen Quellen verifizierte Telefonnummern nützen. Grosse Firmen rufen nicht von sich aus an.