Gewinnspiel Betrug
Veröffentlicht am 24.08.2026
Kurz erklärt
Beim Gewinnspiel-Betrug bekommst du eine Nachricht oder ein Pop-up, das dir einen tollen Gewinn verspricht – zum Beispiel ein neues iPhone oder viel Geld. In Wirklichkeit gibt es diesen Gewinn nicht, die Betrüger wollen nur deine Daten oder dein Geld.
Das Problem
Ein Geschenk oder ein Gewinn macht fast jedem Freude, und genau dieses Gefühl nutzen Betrüger aus. Die Freude und die Aufregung sorgen dafür, dass man weniger kritisch nachdenkt und schneller klickt, als man es sonst tun würde. Solche Nachrichten werden massenhaft per E-Mail verschickt oder erscheinen als Pop-up-Fenster auf Webseiten, in der Hoffnung, dass ein paar Leute darauf hereinfallen.
Wie funktioniert der Betrug?
Beispiel aus dem Alltag: Du besuchst eine ganz normale Webseite, und plötzlich blinkt ein buntes Fenster auf: «Herzlichen Glückwunsch! Sie sind der 1'000'000ste Besucher und haben ein neues iPhone gewonnen!» Ein Countdown läuft, und ein Button lädt dich ein, jetzt zu klicken, um den Gewinn abzuholen.
- Du erhältst eine E-Mail oder siehst beim Surfen ein Pop-up, das einen grossen Gewinn verspricht (Handy, Reise, Geld, Gutschein).
- Ein Countdown oder eine Zeitangabe («nur noch 5 Minuten gültig») setzt dich unter Druck, sofort zu handeln, statt in Ruhe nachzudenken.
- Du klickst auf «Gewinn abholen» und landest auf einer Seite, die seriös aussieht, aber gefälscht ist.
- Dort wirst du gebeten, persönliche Daten einzugeben: Name, Adresse, Telefonnummer, manchmal auch die Kreditkartennummer für angebliche «Versandkosten».
- Entweder wird dir tatsächlich Geld von der Karte abgebucht, oder deine Daten werden gespeichert und später für weitere Betrugsversuche oder Werbung missbraucht.
- Der versprochene Gewinn kommt natürlich nie an.
Eine andere Variante läuft per E-Mail: Eine Nachricht, angeblich von einer bekannten Firma oder sogar von Facebook oder Google, teilt dir mit, du hättest bei einer Verlosung gewonnen, an der du nie teilgenommen hast. Auch hier sollst du auf einen Link klicken und Daten eingeben.
Warnzeichen
- Du hast an keinem Wettbewerb oder Gewinnspiel teilgenommen, gewinnst aber trotzdem etwas.
- Ein Countdown oder Zeitdruck zwingt dich, sehr schnell zu handeln.
- Der Gewinn klingt zu gut, um wahr zu sein (ein sehr teures Gerät, eine grosse Geldsumme).
- Du sollst für den «kostenlosen» Gewinn trotzdem eine Gebühr, Versandkosten oder Kreditkartendaten angeben.
- Die Absenderadresse der E-Mail passt nicht zur echten Firma (z. B. viele Zahlen und Buchstaben, falsche Endung wie «.info» statt «.ch» oder «.com»).
- Rechtschreibfehler oder eine ungewohnte Anrede («Sehr geehrter Kunde» statt deinem Namen).
So schützt du dich
- Grundsatz: Wer nicht mitgemacht hat, kann auch nichts gewinnen. Ein Gewinn ohne Teilnahme ist praktisch immer Betrug.
- Bei Pop-ups mit Gewinn-Versprechen: Fenster einfach schliessen, nicht auf «Ja» oder «Gewinn abholen» klicken.
- Nie persönliche Daten oder Kartennummern eingeben, um einen angeblich kostenlosen Gewinn zu erhalten.
- Bei E-Mails: Absenderadresse genau prüfen, nicht nur den angezeigten Namen anschauen.
- Nicht auf Links in solchen Nachrichten klicken. Falls du unsicher bist, ob eine Firma wirklich ein Gewinnspiel macht, direkt auf deren offizieller Webseite nachschauen (Adresse selber eintippen, nicht aus der Mail übernehmen).
- Im Browser kann man Pop-up-Fenster in den Einstellungen blockieren, das verhindert schon viele solche Meldungen von Anfang an.
- Bei Unsicherheit eine Vertrauensperson fragen oder eine Fachstelle wie cyberlotse.ch kontaktieren, bevor du etwas anklickst oder eingibst.
Was tun, wenn es schon passiert ist?
- Hast du Kartendaten eingegeben: Sofort die Bank kontaktieren und die Karte sperren lassen.
- Hast du ein Passwort eingegeben: Dieses Passwort sofort ändern, auch überall dort, wo du dasselbe Passwort noch benutzt.
- Kontoauszüge in den nächsten Tagen genau kontrollieren und verdächtige Abbuchungen sofort der Bank melden.
- Keine weiteren Nachrichten oder Anrufe von der angeblichen Gewinnspiel-Firma beantworten, auch wenn nach weiteren Angaben gefragt wird.
- Verdächtige E-Mails oder Links nicht weiterleiten, sondern löschen oder als Spam markieren.
- Vorfall der Polizei melden (Kantonspolizei oder Meldestelle für Internetkriminalität).
Merksatz
Wer nichts gemacht hat, kann auch nichts gewonnen haben – bei unerwarteten Gewinnen sofort skeptisch sein.